Die Viscofan-Story: Es geht nicht nur ums Sparen. Entscheidend ist, Einsparungen gezielt steuern zu können.
Wie Viscofan mit FLOWBOX die Rückverfolgbarkeit von Energie verbessert und neue Möglichkeiten für datengesteuerte Optimierung und Effizienzsteigerung erschlossen hat.

Über Viscofan
Viscofan s.r.o. ist ein führender Hersteller von Kunstdärmen für die Fleischindustrie mit Sitz in České Budějovice (Budweis), Tschechien. Das Unternehmen gehört zur internationalen Viscofan Group, die in mehr als 100 Ländern tätig und weltweiter Marktführer für Zellulose-, Kollagen-, Kunststoff- und Faserdärme ist. Das tschechische Werk ist ein bedeutendes Produktions- und Distributionszentrum der Gruppe.
Unser gemeinsamer Weg
Als wir zu Viscofan kamen, gingen wir davon aus, ein klassisches „digitales Energieprojekt" zu starten. Doch schon bald wurde klar: Viscofan war weiter als erwartet. Das Unternehmen arbeitete seit Jahren systematisch daran, seinen Energieverbrauch zu adressieren. Historische Daten zeigten: Im Jahr 2003 konnten lediglich 27 % des Verbrauchs erfasst und zugeordnet werden. Im Jahr 2024, als wir gemeinsam das Projekt starteten, lag dieser Wert bereits bei 85 %.
Unsere Aufgabe wares, auf dieser Arbeit aufzubauen und sie dorthin zu führen, wo herkömmlicheWerkzeuge an ihre Grenzen stoßen.Mit FLOWBOX konnte die Adressierbarkeit auf 95 % gesteigert werden – das bedeutet: Nahezu jede Verbrauchseinheit lässt sich konkreten Technologien, Produktionsblöcken und Prozessen zuordnen und damit auch gezielt steuern.
Gleichzeitig haben wir die Datenstruktur deutlich verfeinert: Der Verbrauch wurde in kleinere, besser auswertbare Blöcke aufgeteilt, die eine detaillierte Analyse und effizientere Entscheidungen ermöglichen.

Die größten Herausforderungen am Anfang: Vertrauen und fehlende Daten
Trotz der soliden Ausgangsbasis verlief der Projektstart nicht reibungslos. Es galt, Erwartungen abzugleichen, die Komplexität der Produktion zu verstehen und sich in den internen Prozessen zurechtzufinden. Ebenso wichtig war es, Vertrauen aufzubauen – die Teammitglieder davon zu überzeugen, dass die investierte Energie in Form einfacherer Arbeit und neuer Steuerungsmöglichkeiten zurückkommt.
Zu Beginn lagen nicht alle notwendigen Daten in ausreichender Genauigkeit vor. Teile der Messpunkte fehlten, andere waren nur orientierend. Das System musste präzisiert, ergänzt und mit den richtigen Referenzleistungsdaten verknüpft werden – zugeordnet zu den richtigen Verbrauchsblöcken. Erst dann begannen wir, die Energieflüsse wirklich zu verstehen. Und vor allem: zu erkennen, welche davon das größte Optimierungspotenzial bieten. Ab diesem Moment wussten wir genau, wo anzusetzen ist.
„Heute wissen wir genau, wohin die Energie fließt – und vor allem warum."Josef Novotný, Energiemanager
Schritt für Schritt zu Ergebnissen
Schrittweise haben wir Fachleute aus dem gesamten Unternehmen einbezogen – vom Energiemanager über das Controlling bis hin zu Produktionsleitern. Jeder brachte eine andere Perspektive und wertvolles Praxiswissen mit. Diese Interaktionen halfen uns gemeinsam zu entschlüsseln, wo Energie verbraucht wird, wie effizient der Einsatz an den einzelnen Stellen ist und welche Steuerungsmöglichkeiten bestehen.
Sobald in FLOWBOX konkrete Daten und Simulationen sichtbar wurden, entstand nach und nach ein tieferes Verständnis – wo und warum Ineffizienzen entstehen und welche davon wirklich relevant sind. Die ersten „Aha-Momente" tauchten auf, und mit ihnen erste Vorschläge für Einsparmaßnahmen. Entscheidend: Diese kamen nicht nur von unserer Seite, sondern zunehmend direkt vom internen Team.
In diesem Moment veränderte sich das Projekt grundlegend – aus einer „externen Lösung" wurde FLOWBOX ihr eigenes Werkzeug, das sie als Unterstützung wahrnahmen und aktiv nutzten.
Ergebnisse, die das Denken verändert haben
- 19 % identifiziertes Einsparpotenzial
- 95 % des Verbrauchs vollständig adressiert
- Deutlich besserer Überblick und Visualisierung der Energieflüsse inkl. Kostenkalkulation
- Reale, sofortige Einsparungen in Millionenhöhe (CZK) jährlich – allein durch die einfachsten Quick-Wins
Neben den harten Zahlen kam jedoch auch ein Wandel in der Herangehensweise ans Energiemanagement:
„FLOWBOX zeigt uns den hohen erreichten Standard unserer aktuellen Verbrauchssteuerung. Einfache Maßnahmen sind ausgeschöpft – jetzt müssen wir uns auf tiefgehende Analysen im Zusammenhang mit der Produktion konzentrieren."Josef Novotný, Energiemanager
„Dank des Analysesystems messen wir den Verbrauch jetzt präziser – nach Ort und Zeit. Das ermöglicht genauere Kostenkalkulation für einzelne Technologien und eine verfeinerte Produktionsplanung. Wir sind von monatlichen Rückblicken zur Viertelstunden-Echtzeitanalyse übergegangen."Pavel Kozák, Controlling
„Die Analytik erlaubt es uns, die Produktionseffizienz im Detail zu beurteilen – nach Material, Produkttyp und Bedienerverhalten. Wir können jetzt genau die Momente mit höherem Energiebedarf identifizieren und deren Kosten kennen."Václav Vařil, Leiter Extrusionsproduktion

Der größte Mehrwert: qualifizierte Steuerung von Einsparungen
Der Geschäftsführer sieht den größten Projektnutzen jedoch nicht primär in der Höhe der Einsparungen selbst. Wichtiger als konkrete Einsparbeträge ist für ihn die Steuerbarkeit der Einsparungen – und die Tatsache, dass die Daten nun im eigenen Haus sind. Entscheidungen über Maßnahmen können jetzt auf Basis qualifizierter Informationen getroffen werden.
„Das FLOWBOX-System haben wir nach langer Vorbereitung und dem Vergleich mit Wettbewerbslösungen eingeführt. Wir schätzen seine Anpassungsfähigkeit sowie den professionellen und reaktionsschnellen Ansatz des FLOWBOX-Teams. Mit wachsender Erfahrung in der Nutzung eröffnen sich uns neue Möglichkeiten zur Einsparung und Optimierung."Ing. Miloslav Kamiš, Geschäftsführer Viscofan CZ
Fazit: Ein Projekt als Beispiel für erfolgreiche Zusammenarbeit und Vertrauen
Dieses Projekt war für uns mehr als Technologie, Messungen und Einsparungen. Es war auch eine wertvolle Erfahrung in puncto Zusammenarbeit und dem Verständnis interner Kundenteams. Wir haben gelernt, wie wichtig es ist:
- von Anfang an Erwartungen richtig zu setzen und Geduld beim Abgleich unterschiedlicher Perspektiven zu haben,
- das Wissen und die Erfahrung auf Kundenseite zu respektieren und zuzugeben, dass auch wir ihre Prozesse erst kennenlernen müssen,
- und vor allem Vertrauen schrittweise aufzubauen – durch Fakten, Offenheit und sinnvolle Ergebnisse.
Wir schätzen dieses Projekt und die Zusammenarbeit mit Viscofan sehr und danken für das entgegengebrachte Vertrauen. Zu beobachten, wie aus anfänglicher Zurückhaltung aktives Interesse, Engagement und schließlich Begeisterung wurde – das war vielleicht die größte Belohnung. FLOWBOX in den Händen von Viscofan ist nicht nur Software. Es ist ein Werkzeug, das das Team versteht, dem es vertraut und mit dem es seine Energieintelligenz eigenständig weiterentwickelt.
