FLOWBOX in acht Gartner Hype Cycle-Berichten 2026 genannt

as tschechische Technologieunternehmen FLOWBOX, das Software für das Energiemanagement entwickelt, wurde in diesem Jahr in acht Hype Cycle-Berichten des US-Analyseunternehmens Gartner genannt. Die Themen reichen von Fertigung und Energiewirtschaft über Microgrids bis hin zu Rechenzentren und Smart Cities. Im Jahr 2024 war das Unternehmen in einem dieser Berichte vertreten, im vergangenen Jahr in drei. FLOWBOX ist zugleich das einzige Unternehmen aus Mitteleuropa, das in den diesjährigen Listen erscheint.

FLOWBOX entwickelt Software, die den Energieverbrauch in Produktionsstätten, Gebäuden und Städten misst und anschließend automatisch in den Betrieb technischer Anlagen eingreift, um diese effizient zu steuern. Das Unternehmen wurde 2012 gegründet, hat mehr als hundert Kunden und rund vierzig Beschäftigte. Im März dieses Jahres beteiligte sich der US-Konzern Eaton als Minderheitsinvestor.

Von einem auf acht Berichte in zwei Jahren

Gartner hat FLOWBOX in diesem Jahr in acht Hype Cycle-Berichte aufgenommen, die im Juni und Juli 2026 veröffentlicht wurden. Im vergangenen Jahr waren es drei solcher Berichte, 2024 einer.

Neben den Hype Cycles veröffentlicht Gartner auch sogenannte Market Guides: eigenständige Anbieterübersichten für bestimmte Technologiekategorien. Im Market Guide für Energiemanagementsysteme wurde FLOWBOX sowohl 2024 als auch 2025 genannt; die diesjährige Ausgabe wird im Herbst erwartet.

Der Hype Cycle ist eine Methodik, mit der Gartner jährlich beschreibt, wie ausgereift eine Technologiekategorie ist und wie weit sie von einer breiten Nutzung entfernt ist. Zu jeder Kategorie werden auch Unternehmen aufgeführt, die sie aus Sicht der Analysten repräsentieren. Die Aufnahme signalisiert, dass die Analysten das jeweilige Unternehmen als relevanten Vertreter der Kategorie betrachten.

„Seit vierzehn Jahren steuern wir den Energieeinsatz in tschechischen Fabriken und Gebäuden. Die acht diesjährigen Berichte haben uns vor allem bestätigt, dass sich der gesamte Markt in diese Richtung bewegt. Und dass auch ein Unternehmen aus Prag mit vierzig Beschäftigten auf derselben Liste wie Siemens oder Schneider stehen kann“, sagt Pavel Jiránek, CEO von FLOWBOX.

Industrie: vom Reporting zur operativen Energiesteuerung

Die Industrie ist der wichtigste Markt für FLOWBOX. Drei der diesjährigen Berichte befassen sich unmittelbar damit: mit der Strategie für Fertigungsabläufe, der Prozessfertigung (Chemie, Glas, Keramik, Papier und Lebensmittel) und der diskreten Fertigung (Maschinenbau, Automobilindustrie und Elektronik).

Der Bericht zur Prozessfertigung enthält eine Aussage, die FLOWBOX für die wichtigste Erkenntnis aus allen acht Berichten hält: Unter dem Druck der Energiepreise verlagern sich Energietechnologien vom Reporting zur operativen Steuerung. Die Ära, in der Unternehmen ihren Verbrauch lediglich gemessen und dokumentiert haben, geht zu Ende. Es beginnt eine Ära, in der Software ihn automatisch steuert.

Im selben Bericht kritisiert Gartner einen Teil des Marktes: Einige Anbieter böten „lediglich Reporting, aber keine echte Optimierung“.

Weitere Erkenntnisse aus den Berichten zur Fertigung:

  • Nur 48 % der Fertigungsunternehmen halten sich für die bevorstehenden Herausforderungen gerüstet.
  • Das häufigste Hindernis für Einsparungen ist nicht fehlende Technologie, sondern fehlende Daten: Laut Gartner verfügen die meisten Betriebe über keine Verbrauchsmessung auf Ebene einzelner Hallen, Produktionslinien und Maschinen. Damit fehlt ihnen die Grundlage für eine Optimierung.
  • Durch den Einsatz industrieller künstlicher Intelligenz konnten Maschinenausfälle um bis zu 67 % reduziert werden (Beispiel: das Stahlwerk Tata Steel Nederland).
„In den meisten tschechischen Industrieunternehmen besteht das Energiemanagement heute darin, dass jemand einmal im Monat die Zahlen in Excel überträgt. Das reichte aus, solange Energie günstig und berechenbar war. Heute ist das eines der größten Unternehmensrisiken“, ergänzt Pavel Jiránek.

Zu den Industriekunden von FLOWBOX zählen der Keramikhersteller LASSELSBERGER (RAKO) mit fünf Werken, AGC, HAUK, ASSA ABLOY, der Lebensmittelindustrie-Zulieferer Viscofan, Valeo und Bühler.

Microgrids: lokale Energiesysteme auf dem Weg zur breiten Nutzung

In drei weiteren Berichten – zu Energienetzen, Smart Cities und Rechenzentren – wird FLOWBOX in einer anderen Kategorie genannt: bei den sogenannten Microgrids. Dabei handelt es sich um lokale Energiesysteme, die eigene Stromerzeugung, Batteriespeicher und Verbrauch kombinieren und bei Bedarf auch unabhängig vom übergeordneten Stromnetz betrieben werden können.

Interessant ist, dass Gartner diese Kategorie für ausgereifter hält als Software für das Energiemanagement. Während die Analysten bei Letzterer von fünf bis zehn Jahren bis zur breiten Nutzung ausgehen, sind es bei Microgrids zwei bis fünf Jahre. Sie ordnen sie einer Phase zu, in der der Markt die Technologie bereits tatsächlich kauft.

Im Bericht zu Energienetzen bezeichnet Gartner das Zielbild der europäischen Energiewirtschaft ausdrücklich als ein „Netz aus Microgrids“. Unternehmen und Energieversorger, die diesen Wandel aufschieben, würden lediglich weitere technische Schulden aufbauen.

Ein tschechisches Beispiel ist Zruč nad Sázavou mit fünf Photovoltaikanlagen, einem Batteriespeicher und der gemeinsamen Nutzung von Energie durch kommunale Gebäude. Zum Gebäudeportfolio zählen außerdem Volvo Group Tschechien, die Einkaufszentren Chodov, Zličín und Černý Most sowie die Zusammenarbeit mit BUILDSYS bei der Steuerung von Batteriespeichern.

Die Verfügbarkeit von Strom begrenzt den Ausbau künstlicher Intelligenz

Die überraschendste Erkenntnis der diesjährigen Berichte betrifft nicht die Energiewirtschaft, sondern künstliche Intelligenz. Im Bericht zu Rechenzentren schreibt Gartner:

„Bis 2031 wird die Verfügbarkeit von Netzstrom der wichtigste begrenzende Faktor für den Ausbau von Rechenzentren bleiben und das Wachstum der KI-Infrastruktur trotz anhaltender Nachfrage bremsen.“

Es geht also um Strom – nicht um fehlende Chips, Geld oder Nachfrage.

Der Grund ist ein einfaches zeitliches Missverhältnis, das Gartner beziffert: Der Bau eines Rechenzentrums dauert 18 bis 24 Monate. Die Verstärkung des Stromnetzes, das es versorgen soll, dauert fünf bis zehn Jahre. Laut der Internationalen Energieagentur müssten die jährlichen Investitionen in die Netze bis 2030 um die Hälfte steigen, um die Nachfrage zu decken. Gleichzeitig sollen Rechenzentren bis 2030 für die Hälfte des gesamten Anstiegs des Stromverbrauchs in den USA verantwortlich sein.

Das Netz wird mit diesem Sprung nicht Schritt halten. Die Lösungen verlagern sich daher auf die Verbraucherseite: zur eigenen Erzeugung, zu Batteriespeichern und zur aktiven Verbrauchssteuerung. Also genau in die Bereiche, in denen FLOWBOX in den diesjährigen Berichten genannt wird.

Weitere Zahlen zum Stellenwert des Energiemanagements

  • Laut Gartner sehen bislang nur 22 % der Unternehmen einen erheblichen Nutzen durch die Einführung generativer KI. Bereits heute verlangen 54 % der Unternehmen einen nachweisbaren Return on Investment, bevor sie weiter in KI investieren.
  • Ein durchschnittliches Gebäude verschwendet 30 % seiner Energie durch Beleuchtung, Heizung und Kühlung von Räumen, in denen sich gerade niemand aufhält. (Eine von Gartner zitierte Angabe des US-Programms ENERGY STAR.)
  • Die Kühlung beansprucht typischerweise 40 % des gesamten Stromverbrauchs eines Rechenzentrums.
  • Strom kostete einen mittelgroßen tschechischen Industriekunden 2024 etwa dreimal so viel wie 2019: rund 0,17 Euro pro Kilowattstunde gegenüber 0,06 Euro. Zwar sinken die Preise seit dem Höhepunkt der Energiekrise, sie kehren jedoch nicht auf das frühere Niveau zurück. (Eurostat)
  • Laut der Internationalen Energieagentur zählt Tschechien aufgrund des hohen Industrieanteils an seiner Wirtschaft zu den energieintensivsten Ländern der Europäischen Union. Ihrem Modell zufolge wird der Energieverbrauch 2030 etwa 10 % über dem Niveau liegen, das für das Erreichen des eigenen Energiesparziels erforderlich wäre.

Terminologie und Methodik

Genaue Terminologie. Gartner bezeichnet die aufgeführten Unternehmen in seinen Berichten als „Sample Vendors“. FLOWBOX wird in fünf Berichten in der Kategorie „Energy Management and Optimization Systems (EMOS)“ und in drei Berichten in der Kategorie „Microgrids“ genannt.

Quellberichte (alle im Juni und Juli 2026 veröffentlicht):

Phasen des Hype Cycle. Die Kategorie EMOS befindet sich in diesem Jahr am „Peak of Inflated Expectations“ (Gipfel der überzogenen Erwartungen), mit einer geschätzten Zeitspanne von fünf bis zehn Jahren bis zur breiten Nutzung. Die Kategorie Microgrids befindet sich in der Phase „Climbing the Slope“ (Aufstieg auf dem Pfad der Erkenntnis), mit dem Reifegrad „early mainstream“ und einer Schätzung von zwei bis fünf Jahren. Die erste Phase bedeutet, dass viel über die Kategorie gesprochen wird und die Erwartungen der Realität vorauseilen. Die zweite bedeutet, dass die anfängliche Begeisterung und die anschließende Ernüchterung bereits überwunden sind und der Markt beginnt, die Technologie regulär zu kaufen.

Gartner-Haftungsausschluss und Marken

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